Auf Spurensuche - Sonnenuhren in Magdeburg

Hans-Peter Bauer
Hans-Peter Bauer

Seit dem Jahre 2008 etwa beschäftige ich mich intensiv mit den Sonnenuhren in unserer Landeshauptstadt Magdeburg.
Sonnenuhren interessierten mich schon immer, da sie faszinierend die Zeitdarstellung verschiedener Epochen widerspiegeln. Vor allem die Sonnenuhren aus dem 19. Jahrhundert und früher haben interessante Darstellungen. Sehr schön sind die Sonnenuhren am Magdeburger Dom und Domplatz 4. Bei meinen Nachforschungen ging es nicht nur um die Standorterfassung und bildliche Darstellung, sondern auch um den historischen Hintergrund. Bei den neueren Sonnenuhren war es relativ einfach, da ja zum größten Teil die Eigentümer noch leben. Bei den älteren Sonnenuhren bedarf es doch intensiver Recherchen in Archiven und Büchereien, will man etwas aus der Geschichte der Sonnenuhr und der Zeitepoche erfahren. Zu Beginn meiner Recherchen waren in Magdeburg 15 Sonnenuhren bekannt, wovon noch 14 Standorte existieren. Diese Sonnenuhren sind auch bei der Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e.V. gemeldet und registriert. Durch meine Recherchen konnten weitere 39 Standorte ermittelt werden, von denen noch 31 Sonnenuhren existieren. Die ermittelten Sonnenuhrenstandorte wurde auch an die Deutsche Gesellschaft für Chronometrie e.V. weitergeleitet und dort registriert. Bei den 9 nicht mehr vorhandenen Sonnenuhren sind jedoch noch bei sieben Sonnenuhren die genauen Standorte bekannt und es liegt Bildmaterial vor. Eine weitere Sonnenuhr war bei der Gestaltung des Stadtparkes Rotehorn geplant, wurde aber nie realisiert. Bei einer Sonnenuhr vermuten wir, dass diese im Bereich des Domplatzes gewesen war. Übrigens sind im Bereich Domplatz die Konzentration der meisten bekannten Sonnenuhren von vier Stück. Die älteste bisher bekannte Sonnenuhr in Magdeburg könnte im Bereich Domplatz gestanden haben und stammt aus der Ottonenzeit. Im Jahre 997 war der Lehrer von Otto III., Gerbert von Aurillac - der spätere Papst Sylvester II. – in Magdeburg. "Beide haben in diesem Jahr eine Sonnenuhr verfertigt,
und, um sie richtig zu stellen, beobachtete Gerbert durch ein Sehrohr den Polarstern, nach welchen sich die Schiffsleute richten". In der Erläuterung  zum Sehrohr wird geschrieben:  "Prüft man dessen Beschreibung genau, so wird es immer glaublicher, daß eben diejenige Uhr, welche Gerbert in Magdeburg verfertigt hat, nicht eine mechanische Schlaguhr, sondern vielmehr eine große Sonnenuhr gewesen sein müsse, weil er erst den Polarstern so genau beobachten mußte, um desto zuverläßiger die Mittagslinie angeben und hiermit seiner Uhr ihren richtigen Standort bestimmen zu können" (Aus der Übersetzung der Chronik des Thietmar von Merseburg, im 6. Buch Punkt 61, übersetzt von M. Johann Friedrich Ursinus aus dem Jahr 1790).

Hinweise zu weiteren Standorten von Sonnenuhren in Magdeburg und Umgebung können unter der Email-Adresse  sonnenuhren-md@arcor.de mitgeteilt werden.

Doch sehen Sie sich selbst die Sonnenuhren der bekannten Standorte an . . . .